Beiträge vom August, 2017

Zeuge der Geschichte (14)

Montag, 21. August 2017 21:05

Als mir der Abgang Jerry Lewis‘ mitgeteilt wurde, schnitt ich eine Grimasse.

Einige Stunden später hörte ich im Deutschlandfunk das Kulturmagazin „Fazit“ und schnitt abermals eine Grimasse. Denn die Sendung eröffnete mit „Great Balls of Fire“ von Jerry Lee Lewis, und Moderator Eckhard Roelcke sagte anschließend, ein Komiker, der mit diesem „Rock‘n‘Roll-Hit von 1957 weltberühmt“ geworden sei, habe soeben das Zeitliche gesegnet.

Von solchen Verwechslungen lebt jede Komödie und für einen Lacher hatte der Verblichene, der leider gar nicht singen konnte, einst noch Peinlicheres riskiert. Insofern paßte die Eselei der „Fazit“-Qualijournalisten schon. Um so bedauerlicher, daß im Podcast der Sendung Roelckes lächerliche Ansage fehlt, das heißt, mit dem Notbeil tranchiert worden ist. Offenbar hat zwischenzeitlich die Putzfrau bemerkt, was der Schmock verbockte. Ich aber weiß jetzt, welches Kulturmagazin ich allen empfehlen kann, die vom bürgerlichen Feuilleton weder Kenntnis noch Ahnung erwarten und sich in diesem Vorurteil gern bestätigen lassen.

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Abteilung: Qualitätsjournalismus, Zeuge der Geschichte | Kommentare (7) | Autor:

Vom Zentralorgan

Freitag, 18. August 2017 18:49

Alle Revolutionen kommen aus dem Magen.
Napoleon Bonaparte

Ehe Sie es von Ihrem Internisten erfahren – Kay Sokolowsky hat auf der „Wahrheit“-Seite der Taz ein entschiedenes Wort für den Magen eingelegt. In der großen „Sommer-Debatte über Organe“ trifft er auf den Magenverächter Michael Gückel. Das Duell der Autoren hat Ari Plikat gewohnt souverän illustriert. Den Gewinner nach Punkten muß die Leserschaft ermitteln.

Eine Leserschaft, um dies hinzuzufügen, die sich bestimmt schämen würde, für die Lektüre nichts zu entrichten, nicht mal einen Online-Kommentar.

Mit gehobenem Zeigefinger: der „Abfall“-Admin

Abteilung: Sokolowsky anderswo | Kommentare (0) | Autor:

Die Spezies hat‘s verkackt (5): Diashow

Mittwoch, 16. August 2017 22:40

Fredric Brown gewidmet

Eine Aufnahme:

Am 8. Juli wurde im Schluchsee (Schwarzwald) ein Wolfsrüde tot aufgefunden. Eine Obduktion durch das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin ergab nun: Der Wolf wurde nachweislich erschossen. Er war vermutlich erst der vierte Wolf, der Baden-Württemberg seit der Ausrottung der Art vor über 150 Jahren besuchte.
Nabu, 8.8.2017

Eine andere:

Pesticides could wipe out bumblebee populations, study shows. […]
The neonicotinoid chemical thiamethoxam dramatically reduces egg-laying by queen bumblebees, say scientists.
Predictions based on a mathematical model suggest this could result in the total collapse of local populations of the wild bees.
The Guardian, 14.8.2017

Und eine dritte:

Mit Eingriffen in das Erbgut von Schweinen kommen US-Wissenschaftler einer Vision näher: daß künftig Tiere Spenderorgane liefern.
SZ.de, 11.8.2017

Ob sie‘s wollen, die armen Schweine, oder nicht.

***

Doch weiterhin diese Illusion, die Vorstellung der besseren Welt.

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Abteilung: Die beste aller Welten, Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus, Lieder ohne Werte | Kommentare (0) | Autor:

Twesten, ein Nachschlag

Donnerstag, 10. August 2017 23:05

Screenshot „Tagesschau“, 10.8.2017, 20.15 Uhr

Daß mir das noch passiert …! Ich guck fern und freue mich über eine Grüne! Nämlich über Anja Piel, die Vorsitzende ihrer Fraktion im niedersächsischen Landtag. Beim großen Hauenundstechen am Wasserloch zückt nun auch Elke Twestens langjährige, haha: Vertraute die Klauen. Piel kommt ab 1 Minute 25 zur Sache:

Das Verhalten der Abgeordneten sei zwar legal, aber moralisch verwerflich. In einem Gastkommentar für eine Zeitung habe Twesten noch im Juni über die Grünen geschrieben, Zitat: „Nie waren diese Ziele wichtiger als jetzt, keine andere Partei wird momentan so sehr gebraucht wie die Grünen.“

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Abteilung: Kaputtalismus | Kommentare (3) | Autor:

Verrat wird Tugend, Lüge Pflicht

Samstag, 5. August 2017 18:37

Der niedersächsischen Landtagsabgeordneten Elke Twesten – vormals Grüne, ab sofort CDUist zu danken für die Klarstellung, was wir im Jahr 2017 unter einer

bürgerlichen Grundstruktur

zu verstehen haben.

Der schwer angefressene Nochminiprä Stephan Weil führt aus, was dieser Struktur zugrunde liegt:

Daß eine Abgeordnete aus eigennützigen Gründen eine Fraktion verläßt und damit die von den Wählerinnen und Wählern gewünschte Mehrheit im niedersächsischen Landtag verändert, betrachte ich als unsäglich und schädlich für die Demokratie. Dies gilt umso mehr, als ohnehin in etwas mehr als fünf Monaten Neuwahlen anstehen würden.
Wenn die CDU sich dieses Verhalten zunutze macht, beteiligt sie sich aktiv an der Mißachtung des Wählerwillens.
Heute.de, 4.8.2017

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Abteilung: Kaputtalismus | Kommentare (5) | Autor:

Hundstage (6): Der Hl. Franz in Tiefurt

Mittwoch, 2. August 2017 23:39

(Arrangement: C. M. Wieland)

Keine Scheu, du wirst nichts leiden!
Heuer weil ich auf den Weiden
schwarzer Schäfchen ganz bescheiden,
tu das Predigen vermeiden.
Zwei so Hübsche wie wir beiden
sollten nicht das Tuch zerschneiden.

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Abteilung: Lieder ohne Werte, Stadtstreicherei, Timmis Freunde | Kommentare (2) | Autor: